Impressionen: (02) #hrohilft vom 15. September 2015 .

Seehafen | Fährterminal

Gegen 18 Uhr am Fährhafen, die „Spätschicht“ der ehrenamtlich Helfenden hat übernommen, es wird alles für die späteren Überfahrten nach Schweden vorbereitet. Ca. 130 Geflüchtete werden für die Fähren erwartet, die Mitarbeiterin des Terminals kündigt Verspätung an, vermutlich geht es erst nach 23 Uhr los. Trotzdem, die Helfenden vor Ort sind relativ optimistisch: Die Infrastruktur funktioniere immer besser, die Kommunikation mit den Fährlinien laufe gut.
Eine Spielecke für Kinder ist eingerichtet, gut (nicht nur) für die Wartezeit bei Verspätungen. Allerdings wird teilweise von Repressionen nach Ankunft der Fähren in Schweden durch die Swedish Migration Agency berichtet. Die Geflüchteten würden sofort strikt von den Begleiter*innen getrennt, wodurch unnötig Unruhe entsteht. Teilweise waren auch Beamte der schwedischen Polizei zur Durchsetzung des Kontaktverbotes vor Ort. Äußerst fragwürdig – gerade die Begleitung und Möglichkeit zur Übersetzung durch (kurzzeitige) Bezugspersonen verhindert doch weitere Verunsicherung in eine ohnehin extrem angespannten Situation.

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Jamal z.B. ist extra aus Nordrhein-Westfalen gekommen, um zu helfen. Ohne genau zu wissen, wo er eigentlich in Rostock schlafen wird. Er unterstützt auf kurdisch, arabisch, ein wenig türkisch und zur Not auch etwas persisch. „Wenn die Menschen uns verstehen, haben sie weniger Angst, sind ruhiger.“ erklärt er mir. Die einfache Frage „Was brauchst du?“ hat er oft gestellt, und damit für die Menschen vor Ort, Geflüchtete wie Helfende, viel bewirken können. Er ist auch schon selbst als Begleiter mit nach Schweden gefahren, wie viele hier. Und will noch bleiben, solange die Unterstützung gebraucht wird.

Draußen fliegen den Leuten bei Pesto Peter fast die Zelte weg, der Wind ist stark, die Feuerwehr soll helfen, versteht aber erst die Bitte falsch und will die Zelte abbauen. Trotzdem wird gekocht und Essen verteilt, es läuft. Auch hier haben einige schon länger nicht geschlafen, aber es ist klar, die Versorgung steht, bis die letzte Fähre für heute abgelegt hat. Eine Bitte äußern alle, mit denen ich spreche: „Wer sich in die Schichtpläne einträgt, soll unbedingt auch kommen – oder rechtzeitig absagen.“ Klar, alle engagieren sich ehrenamtlich, es kann immer etwas dazwischen kommen, „aber gerade sind hier von 7 Personen nur 3 gekommen. Das setzt die wenigen vor Ort noch mehr unter Druck.“ Da kommt schon Entwarnung per Handy vom Koordinationsbüro – es kommen spontan 4 Menschen helfen. Top!

– Refugees Welcome! | #hrohilft –

Helfen: http://hrohilft.blogsport.eu/schichtplaene/
Infotelefon: 0163 / 271 43 45 (Koordinierungsbüro/Parkstr. 6)
Presse: presse.hrohilft@riseup.net

Spenden: JAZ-Spendenkonto
IBAN: DE 112 003 000 000 150 888 56
BIC: HYV EDE MM 300
Verwendungszweck: „Flüchtlinge“
(oder bar im JAZ abgeben)

Eine Antwort auf „Impressionen: (02) #hrohilft vom 15. September 2015 .“

  1. Bei uns waren die Menschen vom Migrationoffice in Schweden zwar gestresst, aber durchaus freundlich. Wir sind dabei gewesen, bis die Busse nach Malmö abgefahren sind und haben so den Übergang etwas entspannt und letzte Fragen beantwortet.
    Die Polizei war auch an Bord, hielt sich aber im Hintergrund und war sehr deeskalierend (habe selten so gute Polizeierfahrungen gemacht!).

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